Fokusrunde 4

Kitakultur zwischen Dominanzkultur und kultureller Demokratie: Ansatzpunkte einer vorurteilsbewussten Organisationsentwicklung in Kitas


Referentin

Petra Wagner, Institut für den Situationsansatz


Kurzvita

Petra Wagner, Diplom-Pädagogin, ist seit 2011 Direktorin am Institut für den Situationsansatz in der INA Berlin gGmbH. Seit 2000 leitet sie die Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung. Zuvor war sie in bilingualen Projekten (türkisch-deutsch) in Kitas und Grundschulen und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Grundschulpädagogik der FU Berlin, sowie in der Aus- und Fortbildung von Erzieher*innen und als pädagogische Fachkraft und Leitung einer Berliner Kita tätig.  


Inhaltsbeschreibung

Die Kitakultur besteht meistens aus einer stillen Übereinkunft über Normen und Werte, die in Routinen und Alltagsregeln enthalten sind, ohne dass sie erläutert werden. Die Kitakultur ist häufig ein Spiegel der vorherrschenden Dominanzkultur, die den Beteiligten so selbstverständlich erscheint, dass sie als spezifische institutionelle Kultur nicht bewusst ist. Sie ist einfach da, gehört zur Einrichtung und ihrem Funktionieren, sie erscheint als das "Normale", in das sich die Einzelnen einfügen. Die Familienkulturen der Kinder und auch der Mitarbeitenden in einer Kita unterscheiden sich teilweise erheblich von der Kitakultur. Dies zeigt sich eher selten als offener Konflikt, sondern in verdeckten Spannungen, Kontaktvermeidungen und in "überzogen" wirkenden Forderungen, denen möglicherweise eine symbolische Funktion um Selbstbehauptung zukommt. Eine Demokratisierung der Kitakultur liegt nicht in der Hand Einzelner, sie erfordert ein abgestimmtes Vorgehen aller Akteurinnen.
In der Fokusrunde wird diskutiert, wie eine diversitätsbewusste und diskriminierungskritische Organisationsentwicklung zur kulturellen Demokratie in der Kita beitragen kann.

Datum: 06.11.2019
Zeit: 17.00 - 18.30 Uhr
Raum: folgt

 

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